“Und ein Stern fiel vom Himmel” – Brandon Witt

© Dreamspinner Press  |  Cover & Klappentext

Klappentext
Nach dem Tod seiner Frau vor vier Jahren ist Travis Bennett nur noch ein Schatten seiner selbst. Zusammen mit seinem Hund kümmert er sich um seine drei Kinder und verdient sein Geld mit einem Futtermittelladen und als Farmarbeiter. Aber jeden Tag, jede Minute, leidet er unter dieser Leere, die ihm jede Freude am Leben nimmt.

Wesley Ryan erinnert sich gerne an die kleine Stadt El Dorado in den Ozarks zurück. Er zieht in das alte Haus seiner Großeltern und führt eine Tierarztpraxis, weil er hier seine fehlgeschlagenen Beziehungen vergessen möchte. Eines frühen Morgens kommt Travis mit seinem Hund in die Praxis und weckt in Wesley Gefühle, die ihm alles andere als gelegen kommen. Denn wenn es etwas gibt, was er in seinem neuen Leben nicht brauchen kann, dann ist das ein Mann, der mit sich selbst nicht im Reinen ist und dazu noch drei Kinder am Bein hat.

Aber das Leben, so scheint es, hat andere Pläne.

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Es ist jetzt schon einige Zeit her, dass ich sagen konnte, dass ich mich in ein Buch verliebt habe. Das letzte müsste “Die zweite Ernte” gewesen sein, denn ebenso wie diese Geschichte heute, ist das ein ruhiges, liebevolles und sich entwickelndes Buch. Ich merke einfach, dass mich derzeit diese Art von Geschichten emotional sehr ansprechen. Wenn sie dann noch dazu so gut geschrieben sind, wie “Und ein Stern fällt vom Himmel”, dann kann man mich mit einem seligen Grinsen in meinem Sessel sitzen sehen.
Allerdings kam dann kurz darauf die Phase, die mich hektisch werden ließ, denn (und jetzt greife ich vor), im Nachwort des Autors wird eine Sidestory erwähnt, die ebenfalls in El Do spielt. Schreck lass nach , ich habe dieses Buch “The Shattered Door” (es ist übrigens vor diesem Buch hier erschienen) rund um Brooke, der hier in diesem Buch Erwähnung findet, doch tatsächlich auf meinem Reader. Nun sitze ich verzweifelt hier und befürchte, dass meine Englischkenntnisse dafür noch nicht reichen … Aber ich will, unbedingt, jetzt sofort und …

Ich möchte euch als Empfehlung gerne vorne weg mitgeben, dass ihr euch Zeit und Muse für dieses Buch nehmt, damit ihr auch die Feinheiten mitnehmen könnt. Die Geschichte hat es meiner Meinung nach nicht verdient, zwischen zwei andere Bücher gepresst zu werden. (ja …, ich weiß, aber ich liebe diese Geschichte )

Travis Bennett ist ein Mann, der wenn, dann mit Haut und Haaren liebt. Der sich aber bedingt durch seine Trauer, komplett zurückgezogen hat. Der lange gebraucht hat, um überhaupt wieder am Leben teilnehmen zu können und für seine Familie und Freunde da zu sein. Tja, und dann kommt Wesley Ryan als neuer Tierarzt nach El Do und bringt Travis komplett durcheinander.

Brandon Witt versteht es meisterlich, die innere Zerrissenheit von Travis darzustellen. Zerrissen zwischen “wollen” und “nicht können, weil …”. Ich saß des Öfteren beim Lesen mit Tränen in den Augen da und habe den Kopf geschüttelt. Nicht, weil Travis’ Verhalten genervt hat, nein, weil ich es so gut nachvollziehen konnte.
Er ist Familienvater und zwar ein (mittlerweile wieder) sehr verantwortungsbewusster. Egal wer in sein Leben tritt, seine Kinder haben Vorrang. Andererseits ist er in manchen Situationen einfach nur verliebt und entsprechend gedankenlos und macht einfach das, was sein Herz vorgibt. Allerdings holt ihn meist sehr schnell sein Kopf und damit auch die Realität wieder ein.

Aber auch Wesley hat schon einiges in seinem Leben durch und wollte auf dem Land eigentlich nur wieder zu sich selbst finden … Öhm … es hat ihm wohl keiner gesagt, dass “Leben das ist, was passiert …”. Denn wie kann es anders sein, wenn man es am wenigsten auf dem Schirm hat, kommt die Liebe vorbei und klingelt an der Tür .
Ich habe ihn für seine Geduld bewundert, allerdings macht es ihm die Familie Bennett auch nicht gerade einfach, ihnen den Rücken zu kehren und sein Leben  – wie eigentlich geplant – weiterzuleben.

Ach ja, die Familie Bennett  … (und hier zähle ich Jason jetzt einfach mal dazu). Wäre Travis nicht schon der Hit gewesen, alleine für diese Familie würde man alles stehen und liegen lassen.  Die “Mädels” sind der aktivere und tonangebende Part, die “Jungs” jedoch die ruhigen, gelassenen und fürsorglichen Charaktere (und sie lassen die Mädels in dem Glauben, dass sie die “Bestimmer” sind *g*). Dazu noch Dunkyn und Dolan – einfach eine perfekte Familie, die mich auch eins ums andere Mal breit hat grinsen lassen. (Wenn man die Geschichte kennt, weiß man, wenn man das Bild ansieht, genau, wer Dunkyn und wer Dolan ist  – das Bild ist übrigens von der HP des Autors).

Zudem gibt es noch einen Bösewicht, der ein bisschen “Schmutz” und Gemeinheit in die Geschichte bringt. Hier versteht es Brandon Witt meisterlich, den Leser bei der Stange zu halten, denn man wartet und wartet, dass dieser endlich aus seinem Bau kommt. Ich kann euch verraten, es bleibt kein Handlungsstrang offen, so dass man diese Geschichte wirklich zufrieden abschließt.

Da es jetzt minimal spoilern könnte, kann wer will weiterlesen, wer nicht, hört hier einfach auf

Es gab eine Passage in diesem Buch (und hier bin ich so frei und zeige sie euch), bei der ich trotz der Schönheit des Momentes – es lief auch ausgerechnet noch die “passende” Musik dazu – Rotz und Wasser geheult habe:
(Hintergrund ist, dass sich Avery (die kleine Tochter von Travis) für eine Feier zurechtmacht und die Haare einfach nicht “perfekt” sitzen wollen)

“Avery nahm das Foto von der Kommode. Sie musste es mit beiden Händen festhalten, weil der Rahmen aus Silber war und fürchterlich schwer. Dann studierte sie aufmerksam das Bild ihrer Mutter. Wegen der vielen Blumen, die Mom in den Haaren hatte, war es ihr nicht gleich aufgefallen. Mom trug zwar kein Hochzeitskleid, aber sie hatte viele weiße Blumen in ihre schönen roten Haare gesteckt. Und unter den vielen Blumen hing ihr eine rote Locke ins Gesicht, direkt neben dem Ohr. Avery stellte das Bild zurück und schaute wieder in den Spiegel. Dann zog sie die Locke wieder hinter dem Ohr hervor. Alle sagten, sie würde aussehen wie ihre Mom. Avery hoffte, dass es stimmte. Ihre Mom war so wunderschön gewesen.”               (Position  6541)

 

Nun denn, ich hoffe, ich habe mein Lesegefühl wenigstens ein bisschen in Worte fassen können, denn was ich eigentlich sagen wollte ist:  ICH.LIEBE.DIESES.BUCH  und die Protagonisten  (naja, bis auf einen oder drei).

Bis bald,

Weitere Meinungen zu diesem Buch findet ihr bei
Risa (Goodreads), bei Frau Laberladen und bei Die Welt der Gedanken.


Das Foto gehört dem Autor und ist auf seiner HP zu finden.

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