“Smartphone Sweetheart” – Ava Patell & Kim Pearse

Klappentext *)
Emmett Brone hat die Hoffnung bereits aufgegeben, die große Liebe zu finden. Da kommt seine beste Freundin auf eine Idee und überredet ihn zu einer kindischen Mutprobe: Schreibe eine Nachricht an eine willkürlich aus dem Telefonbuch gewählte Nummer. Und dann passiert das Unverhoffte, denn Emmett bekommt eine Antwort. Dass sich aus dieser Mutprobe ein ungeahntes Gefühlschaos nicht nur für Emmett, sondern auch für den unbekannten Fremden entwickeln würde, ahnt zu Beginn keiner von beiden. Doch sie scheinen eine Verbindung zueinander zu haben, die nicht nur aus kurzen, digitalen Nachrichten besteht.

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Mir hat die Geschichte um Emmett und Matthew wirklich gut gefallen. Was mit einem Zitat per “Kurznachricht” beginnt, entwickelt sich zu einer Freundschaft zwischen Unbekannten. Es wird sehr anschaulich erzählt, wie sich die beiden Männer (wobei sie am Anfang noch gar nicht wussten, “was” der andere Part verkörpert) langsam annähern. Die Gefühlsregungen werden gut und greifbar geschildert und man versteht, was in ihnen vorgeht. Jemanden zuhaben, dem man alles anvertrauen kann, obwohl oder gerade weil man ihn nicht kennt, ist verführerisch und meist auch wohltuend, denn man muss sich nicht verstellen und kann einfach sich selbst treu bleiben.

Emmett und Matthew überraschen sich immer wieder aufs Neue, indem sie offen, spontan und ehrlich miteinander umgehen. Auch als sie in den jeweiligen Zeitabschnitten immer mehr aufeinander zugehen, scheint dies eine normale Entwicklung und kein “gestelltes” Szenario der Autorinnen zu sein. Dies ist ihnen wirklich gut gelungen.

Auch die besten Freunde der beiden sind wirklich sympathisch und passen zu ihnen. Die Szenen, die außerhalb ihrer Beziehung mit anderen Menschen stattfinden, sind gut dargestellt. Manches ging mir ein bisschen sehr einfach und schnell, da die geschäftliche Entwicklung von Matt einen großen Teil der Geschichte beansprucht, dennoch blieb sie für mein Gefühl etwas im Dunkeln. Die Abnabelung Matts von seiner Bar, die er erst gar nicht “alleine” lassen wollte und die dann plötzlich (gefühlt) nicht mehr stattfindet, weil alles andere (neuer Club, neue Ideen usw.) wichtiger ist, konnte ich nicht wirklich nachvollziehen.

Ja, wie gesagt, ich fühlte mich gut unterhalten und hätte gerne glatte 4* gegeben, doch dann hatte ich das Gefühl, dass den Autorinnen die Worte ausgegangen sind bzw. der kreative Satzbau verloren gegangen ist. Ab dem Zeitpunkt, als sich Emmett und Matthew endgültig näher kamen, wird man von den ganzen “der Andere”, “der Größere / Kleinere”, “der Ältere / Jüngere” und “der Schwarzhaarige” u.ä. förmlich erschlagen. Hier hoffe ich, dass die beiden Autorinnen bei ihren nächsten Geschichten noch zulegen bzw. an ihrer Wortgewandtheit arbeiten können. Sicherlich werde ich noch ein Buch von ihnen lesen, sollte ich hier aber wieder über diese “Lückenfüllwörter” stolpern, wird es das letzte gewesen sein, denn irgendwann bekäme ich sicherlich Kopfschmerzen vom ganzen Augenrollen. Deshalb gibt es “nur” 3,5* mit der Tendenz zu 4 und die Hoffnung auf zukünftig mehr Wortkreativität.

Bis bald,

El

*) Das Copyright für Bild und Klappentext liegt zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Rezension bei den Autoren

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