“Sag mir, dass es wahr ist” – TJ Klune


© Dreamspinner Press  |  Cover & Klappentext

Klappentext
Paul Auster jedenfalls glaubt nicht daran. Er glaubt überhaupt nicht viel. Er ist dreißig Jahre alt, hat leichtes Übergewicht, und seine bemerkenswertesten Eigenschaften sind sein bissiger Humor und die bildhaften Zitate, mit denen er das Leben um ihn herum kommentiert. Seine besten Freunde sind ein zweibeiniger Hund namens Wheels und eine halbschizophrene Dragqueen namens Helena Handbasket. Er hat einen Bürojob ohne Aufstiegschancen, und wenn der homophobe Papagei seiner Großmutter ihn noch ein einziges Mal beleidigt, dreht er dem Biest den Hals um.

Dann betritt Vince Taylor die Szene.

Vince ist alles das, was Paul nicht ist: Sexy, selbstbewusst, und dümmer als das sprichwörtliche Bohnenstroh. Aus unerfindlichen Gründen ist Vince hinter Paul her. Wahrscheinlich will er ihn nur vorführen, denn dass ein Mann wie Vince tatsächlich an jemandem wie Paul interessiert ist, glaubt doch kein Mensch.

Aber als Paul Vince mit dem Auto anfährt – vollkommen unbeabsichtigt, mehr als fahrlässiger Totschlag wäre es nicht gewesen – lernt er, Vince in einem neuen Licht zu sehen. Nichts kann ihn davon abhalten, an Vince zu glauben. Nichts, außer ihm selbst. Und das ist ein nahezu unüberwindliches Hindernis für Paul. Dann wird Vince’ Familie von einem Schicksalsschlag getroffen. Paul muss seine vorgefasste Meinung über sich selbst aufgeben und über seinen eigenen Schatten springen, um an der Seite des Mannes zu stehen, der ihn für perfekt hält, so wie er ist.

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Da ich das Buch das erste Mal weit vor Entstehung meines Blogs gelesen habe und es schon damals in die Kategorie “absolutes Lesehighlight” geschoben hatte, habe ich mich sehr auf  das Re-reading gefreut. Wenn ich einen Autor nennen müsste, der absolut meinen Sinn für Humor (schwarz und manchmal auch schmutzig ) trifft und der mit überspitzt dargestellten Charakteren und Sarkasmus umgehen kann, dann ist das für mich TJ Klune. Seine Bücher werden nicht jedem gefallen, da er einen wirklich “anderen” Schreibstil hat, als viele andere Gay-Autoren. Ich persönlich liebe ihn sehr .
Seine Darstellung von Paul Auster ist einfach wunderbar und ich konnte mich so ein ums andere Mal selbst darin erkennen. Dadurch, dass die Geschichte aus Pauls Sicht erzählt wird, ist man sofort mittendrin im Geschehen, was mir persönlich sehr gefallen hat.
Ohne spoilern zu wollen, habe ich bei der Bezahlszene im Fahrradladen so laut glucksen müssen, dass mich einige Mitmenschen sehr verwundert angesehen haben (man liest so etwas ja auch nicht in öffentlichen Räumen *g*). Aber auch eine durchaus mögliche Eröffnung des “Sock ‘N Cock” war etwas, was mich schallend hat lachen lassen. Paul ist einfach ein Tollpatsch. Er spricht, bevor sein Hirn die Chance hat die (vorsortierte und durchgespielte) Rede an das Sprachzentrum weiterzugeben. Dies ist manchmal extrem und mehr als peinlich, macht ihn jedoch sehr liebenswert.
Doch dann gibt es auch Passagen um und über Paul, aber auch um Vince, die einem die Tränen in die Augen steigen lassen und man die beiden Männer am liebsten in die Arme schließen und ihnen sagen möchte, dass alles gut wird.
Vince ist ein wunderbarer Mensch, der Paul ohne wenn und aber von Beginn an mag, sich in ihn verliebt und an das große Happy End glaubt. Ja, er ist nicht die hellste Kerze im Baum, aber die fehlende Intelligenz macht er durch so viel Herzenswärme wieder gut, so dass man das bisschen, dass ihm fehlt, wirklich vernachlässigen kann (mit Ausnahme der peinlichen Situationen, in die er Paul manchmal manövriert ). Die beiden sind wie Yin und Yang, passen zusammen wie Eier in den Becher und sie ergänzen und verstehen sich in so vielen Kleinigkeiten, dass man sich wünscht selbst mal so viel Glück im Leben zu haben und DEN einen Menschen zu finden. Wie würde Paul jetzt sagen: “Meine Eier… es passt einfach ” und das ist wahr!

Es gibt rund um Paul ja noch den homophonen Papagei, der Wörter beherrscht, für die man ihm eigentlich den Schnabel mit Seife auswaschen müsste, eine Oma, die ihren Enkel liebt und ihn besser versteht, als er es selbst wahrhaben will. Dazu noch Pauls Eltern, die doch einen Ticken anders sind, als andere Eltern und es gibt Sandy – über ihn müsst ihr aber selbst die interessanten Details nachlesen. Ach ja und Wheels gibt es ja auch noch *g*, sein Hund, der niemanden neben Paul akzeptiert, außer…

Wie soll ich das Buch noch beschreiben? Lest den Klappentext – ich habe selten einen gelesen, der die Geschichte besser auf den Punkt bringt und aufzeigt, was “Sache” ist.
Ich hoffe doch, dass man ein bisschen aus meinen vorangegangenen Zeilen lesen kann, wie gut mir die Geschichte rund um Paul und Vince gefällt und dass sie auf meiner Liste der TOP-Bücher gaaaaanz weit oben steht.
Mittlerweile gibt es einen 2. Band (derzeit noch “nur” auf Englisch, auf eine deutsche Übersetzung wird hier händeringend gewartet…) und ich freue mich ganz besonders darüber, dass damit jetzt auch Sandy seine eigene Geschichte bekommt .

Und wieder einmal hat ein Buch einen Satz, den ich einfach so für mich festhalten möchte:

Auf einer Scala von 1-10 ist dieses Buch für mich eine glatte 12 (ähnlich wie Vince für Paul), da ich aber nur 5  zur Verfügung habe, müssen diese einfach reichen.

  • um euch noch mehr Einblicke zu diesem wunderbaren Buch zu ermöglichen, hier zwei Beiträge die auf zweier meiner Lieblingsblogs zu finden sind:
    –   Gaylesen
    –   Drei Bücher über dem Regenbogen

Bis bald,

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