“Nichts Ernstes” – Jay Northcote


© Dreamspinner Press  |  Cover & Klappentext

Klappentext
Mark O’Brien ist endlich ehrlich zu sich selbst. Seine Beziehung mit Rachel ist vorbei und er zieht aus dem Haus aus, in dem sie sechs Jahre lang gemeinsam gelebt haben. Sie verstehen sich gut, aber er kann keine Beziehung retten, wenn der Mensch, mit dem er zusammen ist, das falsche Geschlecht hat.

Jamie Robertson, einer der Umzugshelfer, ist groß, unglaublich attraktiv und Mark vom ersten Blick an hin und weg. Als ein Pappkarton reißt und so einen Inhalt sehr persönlicher Natur, von dem Mark nie wollte, dass ihn irgendjemand zu Gesicht bekommt, preisgibt, ist er peinlich berührt. Es ist jedoch der Auslöser einer wunderbaren Freundschaft mit gewissen Vorzügen.

Jamie führt Mark in die Freuden des Schwulensex ein. Die beiden Männer kommen sich immer näher und aus „nichts Ernstem“ wird etwas ziemlich Ernstes für sie beide. Kommunikation ist jedoch nicht gerade ihre Stärke. Wird einer der beiden jemals den Mut finden, zu seinen Gefühlen zu stehen?

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“Nichts Ernstes” ist eine Geschichte, die unmittelbar nach einem Coming out beginnt.

Sie nimmt ruhig – nett – unkompliziert ihren Lauf und endet wie erwartet mit einem Happy End.

Jay Northcote erzählt unaufgeregt davon, wie Mark schön langsam von Jessie in die Geheimnisse einer schwulen Männerbeziehung und den damit verbundenen Sex eingeführt wird. – natürlich ist das Ganze nichts ernstes … meinen die beiden Männer … zumindest am Anfang.
Dies geschieht gut eingebunden in eine nette Geschichte, sodass man nie das Gefühl hat, nur mit Sexszenen erschlagen zu werden, obwohl diese gut beschrieben und reichlich vorkommen.
Dennoch wurde ich mit Mark und Jessie – übrigens zwei ganz normale junge Männer, die jeder für sich mit persönlichen Problemen zu kämpfen haben – nicht so ganz warm. Woran das lag? Keine Ahnung, ehrlich. Vielleicht weil beide so ruhig, nett, normal und unkompliziert waren?
Ich denke, dass genau diese Beschreibung, die dem Buch und den Protagonisten gerecht wird, für mich das fehlende “Etwas” des Buches waren. Vielleicht muss man sich bei den Geschichten von Jay Northcote wirklich bewusst machen, dass man “Geschichten aus dem Leben” liest, denn auch da gibt es ja nicht immer nur extreme Situationen.
Und doch macht es mich fast kirre, dass ich – auch ein paar Tage danach – nicht festmachen kann, was mir an der Geschichte gefehlt hat …
Trotz allem war es für mich eine nette Geschichte, die mir einen netten Leseabend bereitet hat.

Bis bald,

Weitere Meinungen zum Buch findet ihr bei
Mathilda Grace & Risa (jeweils bei Goodreads), bei Gaylesen & Frau Laberladen

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Vielleicht ist man einfach schon zu sehr gewöhnt, Protagonisten in Ausnahmesituationen zu erleben, die ihr ganzes Leben auf den Kopf stellen? Und selbst das Coming Out von Mark bzw. die Folgen davon sind nicht wirklich dramatisch, sondern alles läuft zivilisiert ab. Mag sein, dass man einfach mit mehr Drama rechnet. Manchmal geht es mir jedenfalls schon so, dass ich eine Katastrophe hinter jeder Ecke vermute und man ist dann fast schon enttäuscht, wenn sie nicht kommt. Ich finde, wenn es keine dramatischen Ereignisse gibt, die den Leser bei der Stange halten, ist es schnell zu sehen, ob der Autor gut… Lies mehr »

Hallo ElMa, mir ging es ähnlich wie dir, darum:”Danke, dass du die Worte gefunden hast, die mir nicht auf den Bildschirm gelangen wollten” Ich denke, dass es das Fehlen eines ernsthaften Konfliktes ist, der hier fehlt. Ich meine für die Realität wünsche ich es allen Outings so unkompliziert abzulaufen. Doch als Geschichte, die ich lese, ist es zu blass. Es fehlt der Geschichte irgendwie die Würze, wenn Du verstehst was ich meine. Ein irgendwie gearteter Konflikt, meinethalben mit jemandem aus dem gemeinsamen Freundeskreis des Paares oder so … irgendwas was es nicht zu so einer glatten Sache machen würde. Jay… Lies mehr »