“Nähe ist aus Eis gestrickt (Granby 2)” – Amy Lane

© Cursed Verlag  |  Cover & Klappentext

Klappentext
In Jeremys Leben ist alles schiefgegangen, was nur schiefgehen konnte, doch er ist nach seiner Gefängnisstrafe fest entschlossen, ein anständiger Mensch zu werden. Als Rance Crawford ihm einen Job auf seiner kleinen Alpaka-Farm anbietet, greift Jeremy ohne zu zögern zu. Und nicht nur mit der neuen Arbeit ist alles anders als bisher, denn Farmhelfer Aiden ist jemand, der das Eis um Jeremys Herz zum Schmelzen bringen könnte…
Entspricht 160 Romanseiten.

Band 2 der Granby-Serie. Buch ist in sich abgeschlossen.

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Auch Buch 2 dieser Serie war ein Lesegenuss. Ich liebe stricken. Wolle kardieren, spinnen und färben fasziniert mich, jedoch habe ich außer zum Stricken für die anderen Dinge keine Geduld und Muse. Man sagt ja, dass einen das Spinnen beruhigen soll … Ich habe es probiert und habe festgestellt, dass ich es nur “kann”, wenn ich in mir selbst ruhe.

Jeremy sieht das etwas anders, die Umgebung, die Materialien, das Handwerk und seine Kollegen sind das, was er braucht, um endlich zur Ruhe zu kommen. Der liebevolle Umgang im ganzen Team und dazu sein Kollege Aiden ist genau das, was er braucht, um sich selbst zu finden.

Wenn man die Geschichte einfach so liest, wird man prima unterhalten und noch ein Stückchen tiefer in den Wollalltag rund um Craws “Universum” hineingeführt. Also so für zwischendurch ein wunderbarer, leichter und lockerer Lesegenuss.

Tja, wenn man beim Lesen nicht ein bisschen tiefer geht …, denn da trifft man auf einen Jeremy, der nur schwer mit seiner Vergangenheit zurechtkommt. Bedingt durch ein unstetes Leben als Kind, Jugendlicher und junger Erwachsener und ein damit verbundenes wirklich schreckliches und erschütterndes Erlebnis, spielt er ständig mit dem Gedanken, sich aus Situationen, die er so gar nicht kennt, herauszunehmen und davonzulaufen. Jeremy hat ein Trauma, dass man nur mit viel Geduld und Liebe auflösen und beruhigen kann. Die Angst, irgendetwas von dem, was er in Granby gefunden hat, wieder zu verlieren, lässt ihn sich ständig in seinem Gedankenkreisel drehen und alles und jeden zu analysieren. Nur Aiden schafft es jedesmal, ihn nur durch einen Blick oder eine kleine Geste aus eben diesem Karussell wieder herauszuholen. Jeremy kompensiert durch Reden seine Unsicherheit, beobachtet und bemerkt viel, ist aufmerksam – am Anfang denkt er noch in antrainierten “pass auf” Automatismen – und hilfsbereit. Bis er selbst begreift, dass er von Grund auf ein netter, ehrlicher und liebenswerter Mensch ist, muss viel Zeit vergehen. Gut, dass man die in Granby hat.

Klar, die Geschichte ist wirklich nett und ich habe das Originalbundle auf dem Reader, sodass ich ohne Pause (zwar etwas langsamer, aber …) weiterlesen kann. Aber die Geschichte hinter der Geschichte ist das, was mir im Gedächtnis bleiben wird.

Ich habe mich beim vorher gelesenen Buch (siehe den Blogartikel vorher) fürchterlich aufgeregt, dass diese Geschichte ohne Kompromiss Schluss war. Auch hier hört die Geschichte ziemlich abrupt auf. Doch durch den Verlauf der Handlung war es dennoch ok UND ich wusste, dass das Leben in Granby weitergeht und dass man noch mehr über Craw, Ben, Aiden und auch Jeremy lesen wird.

Und nein, ich möchte hier niemandem sagen, wie er das Buch zu lesen hat, denn es ist durchaus auch “einfach nur” eine gute und unterhaltsame Lektüre. Das ich vielleicht mehr dahinter gesehen habe, ist evtl. (m)einer persönlichen Erfahrung geschuldet, von daher mache ich es jetzt wie Jeremy und stricke weiter und suche mir (zwar nicht unterm Bett, aber dennoch) das nächste Buch :-) .

Bis bald,

Weitere Meinungen zum Buch gibt’s bei Risa (Goodreads) & Gaylesen

 

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