“Liebe ist nicht allmächtig” (Love can’t 1)- Kim Fielding


© Dreamspinner Press  |  Cover & Klappentext

Klappentext
Jeremy Cox hatte keine sehr glückliche Kindheit. Er wuchs in einer Kleinstadt in Kansas auf, wurde in der Schule schikaniert und von seinen Eltern vernachlässigt. Aber er entkam dieser Enge und ging nach Portland, Oregon, wo er jetzt als Park Ranger arbeitet und versucht, Ausreißern und Obdachlosen zu helfen. Er ist mittlerweile schon über vierzig und hat sich mit seinem Leben arrangiert, da steht eines Tages sein ehemaliger Freund Donny, den er vor sechs Jahren an die Alkohol- und Drogensucht verlor, vor der Tür und zieht Jeremy unweigerlich mit in seine Probleme hinein. Und als ob das noch nicht genug wäre, trifft Jeremy einen faszinierenden, rätselhaften Mann, der seinerseits auch sein Bündel zu tragen hat.

Qayin Hill hat den Keller voller Leichen und den Kopf voller Dämonen. Er war früher drogensüchtig und kämpft auch jetzt noch mit Depressionen und Panikanfällen. Qay weiß nicht, ob er Jeremy seine Geheimnisse anvertrauen kann oder wie er darauf reagieren soll, dass Jeremy immer wieder versucht, ihn vor sich selbst zu retten.

Doch obwohl sie beide von ihrer Vergangenheit heimgesucht werden, finden Jeremy und Qay zusammen Leidenschaft, Freundschaft und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Jetzt müssen sie nur noch entscheiden, ob ihre Liebe wirklich die Macht hat, um – wie ein altes Sprichwort besagt – alles zu überwinden. Oder ob manche Hindernisse so hoch sind, dass selbst die größte Liebe vor ihnen kapituliert.

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Und wieder einmal weiß ich, warum ich die Bücher von Kim Fielding liebe. Bisher habe ich noch  keines gelesen, das mich nicht überzeugt hat und dieses hier darf sogar in die Kategorie “besondere Bücher”.

Ich war ein bisschen überrascht, denn eigentlich hatte ich eine  Geschichte mit den “üblichen” Protagonisten zwischen Anfang 20 und irgendwas in den max. 30ern erwartet. Aber nein, Jeremy und Qay sind bereits über 40 und haben somit auch schon einige Dinge erlebt. Ich empfand es als sehr angenehm, von Männern zu lesen, deren größtes Problem es nicht ist, den nächsten Aufriss zu machen, sondern so wie Qay versuchen, einfach irgendwie den Kopf “über Wasser” zu halten, um zu überleben. Jeremy als Parkranger sieht ebenfalls Tag ein Tag aus, viel Not und Elend und hat immer ein offenes Ohr und eine helfende Hand für die Leute von der Strasse. Er hat Freunde, die für ihn da sind und ihm auch einmal die seelische Unterstützung geben, die man von Zeit zu Zeit braucht. Qay ist alleine … und das seit vielen Jahren.

Man erfährt viel über Qay und seinem zurückliegenden Leben, seinen Kampf gegen Drogen und seine Depression, aber auch über seine unendlich besch… Kindheit. Als die beiden aufeinandertreffen, meint Jeremy Qay zu kennen, kann ihn aber nicht einordnen und auch, als sich beide besser kennen lernen, erzählt ihm Qay zwar vieles, aber nichts aus seiner Zeit als Jugendlicher.
Jeremy hat sich eingerichtet in seinem Leben und braucht nach seinem letzten Ex eigentlich keinen Mann mehr darin, aber wir wissen ja, Leben ist das, was passiert, während wir … Und dann taucht plötzlich sein Ex wieder auf und wir Leser stecken nicht nur mitten in Qays komplizierten Leben, sondern auch in einem kleinen Krimiplot.

Kim Fielding bietet uns mit dem ersten Band der Love can’t – Reihe nicht nur viele Emotionen, Drama, den kleinen Krimiplot und richtig tolle Nebencharaktere, sondern auch einen Blick “auf die Strasse” – vor dem wir sonst gerne die Augen verschließen. Die Reise in die Vergangenheit, die uns ins kleinkarierte, spießbürgerliche Kansas führt, zeigt uns auch 30 Jahre später noch einen erschreckenden Blick aufs engstirnige Leben aus dem mittleren Westen.

Mich hat die Geschichte begeistert und sie darf in die Kategorie der besonderen Bücher.
Und da es bereits einen zweiten Band im Original über Jeremys ehemaligen Kollegen und besten Freund Nevin Ng gibt, ist dieses doch direkt nach dem Ende von “Liebe ist nicht allmächtig” (und doch bewirkt sie vieles) auf meinem Reader gelandet. Mal schauen, wie schnell ich mich dransetzen kann.

Bis bald,

Weitere Meinungen zum Buch findet ihr auf den Blogs von Frau Laberladen, Gaylesen und über Goodreads von Risa