“Jack gesucht, König gefunden” – Scotty Cade

© Dreamspinner Press  |  Cover & Klappentext

Klappentext
Bay Whitman, Mystery-Autor von New York Times Bestsellern, führt das Leben einer Berühmtheit – zumindest von außen betrachtet. In der Öffentlichkeit ist er selbstbewusst und hat alles unter Kontrolle. Frauen hängen an seinen Lippen, während Männer ihn um sein Selbstvertrauen und seine stolze Haltung beneiden. Aber in der Realität ist Bay ein Einzelgänger. Er ist schüchtern und introvertiert und verbringt sein Leben damit, in einem schwach beleuchteten Raum zu sitzen und seine berühmten Mystery-Romane über Jack Robbins zu schreiben. Sein einziges Laster sind Glücksspiele. Als er bei einer Pokerpartie einen Callboy gewinnt, wird Bays Leben sich verändern wie er es nie erwartet hätte.

Matthew „King“ Slater ist einer der beliebtesten Stars der schwulen Pornoszene. Er verbringt seine Tage vor der Kamera und seine Abende als hochbezahlter Callboy für die Reichen und Berühmten. Tief drin sehnt er sich nach Romantik und einer echten Verbindung, aber seine Vergangenheit macht es ihm schwer, die Bedürfnisse seines Körpers von denen seines Herzens zu trennen. Für den Moment ist es einfacher, wenn der Sex nur ein Job für ihn ist. Aber während eines Drehs in Vegas wird King für ein Rendezvous in einem berühmten Hotel und Casino angeheuert und sein gut aussehender Kunde könnte die Grenze zwischen Arbeit und Vergnügen verschwimmen lassen.

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Wie schreibt der Autor im Vorwort: “Jack gesucht, König gefunden” ist eine leichte zeitgenössische Liebesgeschichte, die mit ernsten Themen in  Berührung kommt […]
Und er hat recht! Die Handlung selbst ist gut und flüssig erzählt, die beiden Männer waren mir sympathisch und ich konnte so manche Reaktion aufgrund ihrer Vorgeschichte gut nachvollziehen. Die Geschichte geht leider nicht sehr tief, sodass vieles nur an der Oberfläche kratzt, aber wie eben im Klappentext erwähnt, werden die Themen, die schwierig sind, auch nur “berührt”.

Wenn heute noch jemand glaubt, dass Mobbing ein “Scherz” ist und man die Dinge, die einem  physisch und psychisch angetan werden, nach einigen Jahren einfach abschütteln kann, hat sich aber mal so richtig getäuscht. Hier in diesem Fall, hat Bay sich als eigentliche Person in sich selbst zurückgezogen und spielt in der Öffentlichkeit eine Rolle, King hingegen ist extrem extrovertiert und arbeitet als Pornodarsteller und Callboy. Keiner der beiden lässt so schnell jemanden hinter die Fassade sehen (leider auch den Leser nicht so wirklich) und doch gelingt es ihnen, Schritt für Schritt aufeinander zuzugehen.

Als Leser erfährt man ein wenig über ihr Leben, ihre Ängste und Hoffnungen, sodass die Geschichte nie schwermütig wird, sie bleibt dadurch unterhaltsam und “geschmeidig” und somit auch ein bisschen oberflächlich. Vieles wurde ein Stück weit angerissen, aber nie so vertieft, dass es ein Drama hätte werden können – wozu das Buch durchaus auch getaugt hätte, wenn es anders angelegt worden wäre.

Scotty Cade weist zu Beginn daraufhin, dass er  gerade zum Thema Sexsucht viel recherchiert hat, verwendet das angehäufte Wissen aber sehr dosiert. So wie es eingebunden war, hat es für mich gut in die Geschichte gepasst. Es war interessant, aber eben nie mit einem erhobenen oder gar belehrenden Finger, sondern einfach im Kontext mit der eigentlichen Handlung, der Liebe zweier so unterschiedlicher Männer, die sich wirklich gut ergänzen.
Im Laufe der Zeit kommt Bay aus sich heraus und verändert sich merklich und auch der ach so selbstbewusste King merkt, dass er eigentlich doch ein ganz normaler Mann mit Gefühlen, Wünschen und Hoffnungen sein kann. Dennoch hätte man durchaus noch viel mehr aus dieser Geschichte herausholen können.

Das Ende ist süß, fast ein bisschen des Guten zu viel  und beschert uns ein Happy End, das man irgendwie genauso hat kommen sehen. Alles in allem habe ich mich zwei Abende (nach wirklich anstrengenden Bürotagen) gut unterhalten gefühlt, musste nicht groß nachdenken (wollte ich an diesen Abenden auch nicht) und somit hat diese Geschichte ihren “Zweck” für mich erfüllt. Hätte ich einen anderen Tag erwischt, hätte ich wohl mehr hinterfragt. Für meinen müden Kopf, war es gut so, wie es war.

Scotty Cade erzählt auch ganz kurz, wie er zu dieser Geschichte inspiriert wurde. Wer gerne mal reinhören möchte kann gerne Ned Miller bei YouTube  zuhören. (Wobei es mir persönlich von Elvis viel besser gefällt :-) – aber Gott sei Dank sind Geschmäcker verschieden).

Mit “From a Jack to a King” im Ohr beende ich heute diese Rezension und wünsche euch – falls ihr das Buch zur Hand nehmt – gute Unterhaltung.

Bis bald,

Weitere Meinungen zum Buch gibt es bei Frau Laberladen & GayDanken und
über Goodreads bei Risa und Mathilda Grace

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Bei mir ist der Funke nicht so ganz übergesprungen. Diese Leichtigkeit und dass die Themen zwar im Buch vorhanden waren, aber eben nur oberflächlich berührt wurden, hat meinen Geschmack nicht so ganz getroffen. Trotzdem muss man sagen, dass der Autor gut erzählen kann und mit einer anderen Geschichte kann er mich vielleicht mehr begeistern.
LG Gabi