“Die Seele im Metall” – Rhys Ford

© Dreamspinner Press  |  Cover & Klappentext

Klappentext
Wie kann man einen Mann vor dem Ertrinken retten, wenn man selbst dieser Mann ist?

Jake Moores Welt ist so beengend, dass sie ihn erdrückt. Er gibt jeden Cent, den er als Schweißer verdient, für seinen sterbenden Vater aus, einen gewalttätigen, kontrollierenden Mann, der Jakes einzige Familie ist. Weil Jake seiner toten Mutter versprechen musste, seinem Begehren nach anderen Männern zu widerstehen, droht die Dunkelheit ihn zu verschlucken.

Dallas Yates braucht seine ganze Vorstellungskraft, um das Potenzial zu erkennen, das in dem alten Art-Deco-Gebäude am Rand von West Hollywood steckt. Was ihn endgültig überzeugt, ist das schüchterne Lächeln des attraktiven Metallarbeiters aus der Werkstatt auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Ihre Freundschaft vertieft sich, als Dallas – eine nach der anderen – die harten Schalen löst, die Jakes Seele die Luft zum Atmen nehmen. Es fällt ihm nicht schwer, den süßen, kunstbegabten Mann zu lieben, der sich hinter Jakes gebrochenem Äußeren verbirgt. Aber Dallas ist sich auch bewusst, dass Jake zuerst lernen muss, sich selbst zu lieben.

Als Jakes Welt in Scherben fällt, bittet er Dallas um Hilfe, den Mann, der immer auf seiner Seite stand. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis er in ein Leben abdriftet, das er so nie führen wollte. Und obwohl er sich mehr ersehnt, lassen ihn die Geister der Vergangenheit nicht los. Er kann nicht glauben, die Liebe wert zu sein, die ihm Dallas so verzweifelt schenken möchte.

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Dass mir ein Buch gefällt und es mich berührt, zeigt sich mir immer dann, wenn ich mir spontan während des Lesens zu einer Situation oder der Geschichte selbst, ein Zitat dafür heraussuchen möchte. DASS mir die Geschichte gefallen hat, könnt ihr daran sehen, dass ich sie eigentlich alleine durch die u.a. drei Zitate rezensieren könnte.  Da das aber (fast) ein bisschen wenig wäre, gibt es noch ein paar Worte “zwischendurch” dazu, denn …

… bereits nach den ersten Seiten dieses Buches wunderte ich mich, dass Jake überhaupt noch so durch die Welt läuft und sich nicht permanent einigelt. Der Blick, den er uns in sein  (zurückliegendes) Leben gewährt, ist erschütternd.

Wenn du die Hölle dann auch noch in deinem Elternhaus hast, das für jedes Kind eigentlich ein beschützendes Nest sein sollte, dann zeugt der Weg, den Jake trotz aller Steine, die ihm von Seiten seiner Eltern in den Weg gelegt wurden, von einem starken Menschen. Er lebt und arbeitet eigentlich nur dafür, dass er seinen Vater – solange er noch lebt – nicht im Stich lässt, obwohl dieser ein bitterböser Mensch ist. All das, was man im Laufe der Geschichte erfährt, lässt einen erschüttert auf Jakes Leben blicken.

Als jedoch eines Tages Dallas in sein Blickfeld kommt, scheint sich etwas in ihm zu bewegen. Seine Ziele und Gedanken ändern sich, auch wenn er es selbst erst einmal nicht bemerkt, so ist es doch für den Leser spür- und erkennbar. Dallas ist auf den ersten Blick fasziniert von Jake und will ihm das Gefühl geben, dass egal was kommt, er jederzeit zu ihm kommen kann und bietet ihm hierzu seine Freundschaft an. Nach und nach lernt Jake, dass er Dallas vertrauen kann.

Je mehr und länger Jake merkt, wie gut ihm Dallas leichte, lockere und spontane Art, seine Zuneigung und Zuwendung tut, umso mehr öffnet er sich ihm und lässt mehr und mehr Nähe zu. Er merkt, dass er aufgrund seiner Vergangenheit nicht mehr alles nur verdrängen kann, sondern dass eine wirkliche Aufarbeitung der Ereignisse notwendig ist. Dies war der einzige Punkt in der Geschichte, der mir zu Beginn etwas schnell ging, im Gesamten aber gut gelöst wurde. Jakes Leben wird Schritt für Schritt besser, einfacher und lebbarer. Er wird lockerer, kann durchaus auch einmal die Leichtigkeit des Seins genießen, lernt neue Leute kennen und beginnt zu vertrauen.

Jake arbeitet viel an sich, ist dennoch von manchen Situationen nach wie vor überfordert und kann manches Mal gar nicht verstehen, dass es Leute gibt, die ihn mögen und ihm noch so einiges Zutrauen. Aber Jake merkt, dass wenn er sich öffnet, die Welt für ihn da ist.

Jakes Geschichte hat mich gefesselt und so einige Male erschüttert. Allerdings wurde sie in ihrem gesamten Verlauf auch von Kapitel zu Kapitel weniger beklemmend. Viele kleine Schritte waren nötig, damit er endlich das Gefühl hatte angekommen zu sein.
Rhys Ford hat es wunderbar geschafft, dem “dunklen” Jake einen sonnigen Dallas und eine wunderbare Celeste an die Seite zu geben. So hatte er eigentlich gar keine Chance wieder in ein dunkles Loch zu fallen.

Eine tolle Geschichte mit einem beklemmenden Beginn, die von Ereignis zu Ereignis in kleinen Schritten heller, freundlicher, liebenswürdiger und liebenswerter wird. Und ich bitte zu entschuldigen, dass ich sie als sehr “Jake-lastig” wahrgenommen habe und sie auch so rezensiert wurde, denn Dallas selbst ist durchaus eine Persönlichkeit, die für sich selbst stehen kann.

Bis bald,

Weitere Meinungen zu diesem Buch findet ihr bei
Mathilda Grace (Goodreads) & Gaylesen & GayDanken

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