“Die Clifton-Lüge” – Svea Lundberg

©Traumtänzer Verlag  |  Cover & Klappentext

Klappentext
Nach dem Unfalltod seiner Eltern trifft Roman die drei mutigsten Entscheidungen seines Lebens: Er verkauft das teure Anwesen seines Vaters, kündigt seinen sicheren Job als Steuerfachangestellter und wandert nach Island aus. Dort will er sich endlich seiner großen Leidenschaft, dem Schreiben, widmen und zu sich selbst finden. Dabei gibt es nur zwei winzige Probleme: Er kennt weder Land und Leute, noch hat er den Mut, dies aktiv zu ändern. Denn Roman hat das Tourette-Syndrom und fühlt sich in Gesellschaft von anderen Menschen vollkommen hilflos und deplatziert. Nicht umsonst verbirgt er sein schriftstellerisches Selbst seit Jahren hinter einem geschlossenen Pseudonym. Eigentlich würde er am liebsten nie wieder unter Leute gehen, wenn da nur nicht diese Erinnerungen an eine flüchtige Begegnung und an ein paar stechend blaue Augen wären …

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Mit dem letzten von mir gelesenen Buch von Svea Lundberg hatte ich so meine Schwierigkeiten. Nicht weil es nicht gut geschrieben war, aber es war mir zu glatt, zu süß, zu unpersönlich. Hier war es komplett anders. Sowohl Roman, als auch Kristján waren gut greifbar und authentisch, die Geschichte selbst las sich wie von selbst und ich konnte das Buch nur schwer aus der Hand legen. Zudem habe ich viel über Island und seine Pferde gelernt.
Ein Buch hat mich, wenn ich, weil es mich interessiert, nebenbei diverse Dinge googeln muss :-). Ich weiß jetzt, wie es aussieht, wenn Pferde im Tölt laufen.
Dazu die Freundinnen der beiden Jungs, die beide gut herausgearbeitet wurden. Die Reiseroute durch Island, die beschriebenen Sehenswürdigkeiten – all das hat mich wirklich gut unterhalten. Auch Romans Handicap fand ich sehr gut und liebevoll beschrieben. Manchmal stimmen die alten Sprichwörter halt doch :-). Das mit “jeder Topf findet sein Deckelchen” und so …
Wo andere Männer sich an Romans Ticks gestört haben, geht Kristján einfach drüber weg und findet mit Leichtigkeit heraus, was man (er) tun muss, damit Roman nicht in Panik gerät, wenn und weil sich eine neuerliche Attacke ankündigt.

Es hat etwas gedauert, bis sich klärt, warum Roman so ein großes Geheimnis um seine Schreiberei macht, aber es wird aufgeklärt – und trotzdem ist genau das der Punkt, warum es keine 5* wurden. Meiner Meinung nach, kann man so ein schwieriges Thema nicht zwischen einem Posteingang und einem Kaffee erklären. Wenn man schon in die Vergangenheit blickt, damit sich manche Handlung erklärt, dann geht das für mich nicht “so nebenbei”.
Ein zweiter Punkt war, dass wenn man auf Tierquäler trifft, die im Auto sitzen, zumindest das Kennzeichen als “Beweis” haben sollte. Ein für mich lapidares “die kriegt man eh nicht”, empfinde ich als eher schwierig für mich.
Ich weiß, ich bin manchmal echt zickig, aber mittlerweile habe ich so viele Bücher gelesen, dass ich sehr dünnhäutig auf Dinge reagiere, die mich stören bzw. die ich vermisse. Und auch wenn mir die Geschichte wirklich gut gefallen hat, dann erwarte ich mittlerweile bei 5* eine für mich “runde” Geschichte.

Bis bald,

 

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