“Das Schicksal hat dich nicht vergessen” – CaitLin Daray

© Cursed Verlag  |  Cover & Klappentext

Klappentext
Als Shawn nach vielen Jahren in seine Heimatstadt zurückkehrt, rechnet er nicht damit, gleich zu Anfang ausgerechnet Wesley über den Weg zu laufen. Denn Wesley ist der jüngere Bruder seiner verstorbenen, ersten großen Liebe Cale. Die Begegnung wirft Shawn völlig aus der Bahn, weil Wesley Cale nicht nur sehr ähnlich sieht, sondern auch Gefühle in Shawn weckt, die er nie wieder zu empfinden geglaubt hätte. Aber sieht er in Wesley nur den toten Cale oder hat ihre Liebe eine echte Zukunft?

Entspricht 262 Romanseiten.

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Shawns Geschichte hat mich ziemlich mitgenommen. Mit 16 seine erste große Liebe zu verlieren und mehr oder weniger darin involviert zu sein, wäre für eine erwachsene Person schon nicht leicht zu verarbeiten, das Ganze aber auch noch ohne Familie durchzustehen, ist einfach furchtbar. Der Einstieg in dieses Buch fiel mit nicht ganz so leicht, weil ich wieder einmal gemerkt habe, dass ich doch Anhaltspunkte brauche, egal ob “Zeiten” oder auch “Orte”. Hier konnte ich zu Beginn nicht wirklich nachvollziehen, von wo nach wo Shawn nun zog. War er schon in seiner Heimatstadt, ist er nur in ein anderes Viertel gezogen, warum, wenn er den Abstand wollte, ist er nicht einfach in einen anderen Bundesstaat gegangen? Dieser Part war mir zu schwammig. Als er dann aber wieder in die Nähe seines alten Viertels, in welchem er seine Jugend verbrachte, gezogen ist, wurde es besser. Andere Leser stört das vielleicht gar nicht, aber ich brauche einfach diese Struktur, um zu wissen, wo ich mich befinde. Dies können durchaus fiktive Namen sein, oder auch nur Angaben, dass er z.B. die “200 km” umgezogen ist, aber irgendetwas greifbares benötige ich, um mich zurechtzufinden.

Nichtsdestotrotz, hat mich das Schicksal von Shawn tief berührt. Aber erst Wesley hat es für mich greifbar gemacht.
Wenn ein Junge mit 16 Jahren sein Elternhaus verlassen muss, weil sein Vater ein homophobes Ar***loch ist, und er sich ab diesem Zeitpunkt alleine durchs Leben schlagen muss, ist das alleine schon eine Hausnummer, mit der man erst einmal zurechtkommen muss. Wenn man sich aber selbst noch die Schuld am Tod seines besten Freundes, der gleichzeitig seine erste und einzige große Liebe war, gibt, dann wird das eigene Leben zum Horrortrip. Shawn meistert die Situation irgendwie und kommt durchs Leben. Er hat nie Hilfe in Anspruch genommen, sondern war und ist immer darauf bedacht, niemanden so wirklich an sich heranzulassen. Als sich aber die Ereignisse überschlagen, muss er genau das tun. Sein altes Leben holt ihn schneller ein, als er drüber nachdenken kann und von jetzt auf gleich, sieht er sich in einer Situation, in der er sich all dem stellen muss, das er viele Jahre zurückgelassen hat. Und nun ist er froh, dass er Wesley und dessen Familie an seiner Seite weiß

Wir haben hier neben einer schönen Liebesgeschichte, die mich sowohl in Bezug auf die Vergangenheit, als auch in der Gegenwart berührt hat. Auch wenn das Leben es Shawn nicht leicht gemacht hat, ist er sich selbst treu geblieben. Es wäre viel einfacher für ihn gewesen nachzugeben. Mögen manche sagen, sch… auf den Stolz und nimm die Hand, die sich dir bietet …
Ich wäre wohl wie Shawn … Lieber nix zu futtern, aber dafür die Achtung und auch den Stolz vor sich selbst nicht zu verlieren.

Bei all seinen Entscheidungen, die Shawn zu diesem Zeitpunkt treffen musste, war Wesley an seiner Seite und hat ihm (und auch mir) das Gefühl gegeben, dass egal was kommt, Shawn nie mehr alleine kämpfen muss.

Wer sich noch nicht an das Buch gesetzt hat: keine Hemmungen, die Geschichte ist auf jeden Fall lesenswert (auch wenn mein Review sich für mich heute etwas wirr liest. Aber ich so ganz kann ich das, was mich hier beschäftigt und das tut diese Geschichte durchaus, nicht so sortieren, dass es sich hier für mich rund liest – sorry).

Bis bald,

Weitere Meinungen zu diesem Buch findet ihr über Goodreads bei Risa

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