“Als gäbe es kein Morgen” – Alex Kidwell

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Klappentext
Als Quinn O’Malley seinen Lebensgefährten Aaron an den Krebs verliert, zieht er sich vollkommen von der Welt zurück. Das Schicksal raubt ihm nicht nur seine große Liebe, sondern auch jede Inspiration für seinen Job als Comiczeichner. Unfähig, Aaron gehen zu lassen, vergräbt Quinn sich in seiner Trauer, bis ein Blind Date mit dem lebenslustigen Eventmanager Brady ihn unvermutet wieder in die Realität holt – eine Realität ohne Aaron, aber mit starken Gefühlen, die er für Brady entwickelt. Doch kann Quinn akzeptieren, dass das Schicksal ihm nicht nur alles entreißen, sondern auch eine neue Zukunft schenken kann?

Entspricht 234 Romanseiten.

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Der Mensch nimmt sich die Zeit, die er meint zu brauchen, um etwas zu verarbeiten. Aber manchmal gibt dir das Leben genau das, was du zu diesem Zeitpunkt wirklich brauchst …

Gott, was habe ich zu Beginn bei diesem Buch Tränen in den Augen gehabt (und ja, teilweise flossen sie in Strömen). Quinn kann sich einfach nicht von Aaron lösen. Er kann sich auch keinesfalls auf einen neuen Mann einlassen, denn dann würde er Aaron ja hintergehen … Lange habe ich nicht nachvollziehen können, warum Quinn sich so an die Vergangenheit mit seinem verstorbenen Partner klammert. Dies hat sich erst im Laufe der Geschichte so nach und nach geklärt, sodass es für mich nachvollziehbarer wurde. Nicht jeder Mensch trauert gleich, nicht jeder ist, wenn er eine ideale, liebevolle und wunderbare Partnerschaft hatte, offen dafür, dass sein Leben dennoch auch ohne diesen Menschen weitergeht und dass es ein Leben nach dem Verlust gibt.

Scheinbar hatte das Leben (und seine beste Freundin) aber noch etwas mit Quinn vor, denn als Brady in sein Leben tritt, lockert sich sein Schutzpanzer ein klein wenig. Obwohl Brady ein wirklich freundlicher und rücksichtsvoller Mann ist und ihn nicht im Sturm erobert (naja, manchmal doch ;-) ), scheint dies genau die richtige Dosis zu sein, denn Quinn lässt Stück für Stück zu, dass dieser Mann Platz in seinem Leben einnimmt. Er macht das gut, denn immer wenn Brady zwei Schritte auf Quinn zu geht und das diesem zu schnell geht, hat er kein Problem, auch wieder 1,5 Schritte zurückzugehen und einen erneuten Anlauf zu nehmen.
Denn nein, einen Partner will Quinn immer noch nicht, aber Freunde kann man doch immer haben … Tja, meint er …, das Leben meint es aber anders *g*.

Für mich war “Als gäbe es kein Morgen” kein leichtes Buch, denn wenn man selbst schon einen Verlust zu verarbeiten hatte, dann kann man sich so gut in Quinn hineinversetzen, dass es einem zwischendurch das Herz zerreißt. Das Buch ist nicht wirklich locker-flockig zu lesen, aber dennoch eine stimmige, runde Sache. Alex Kidwell hat es geschafft, das man mit Quinn mitleidet, mit ihm an der “Aufgabe” wächst und dabei ist, wie er wieder zurück ins Leben und zur Liebe findet. Aber auch Bradys Seite wird gut “ausgeleuchtet”, denn durch seine angenehme, freundliche und rücksichtsvolle Art, hat man das Gefühl, dass man genau so einen Menschen kennt oder zumindest auch brauchen könnte.

Mich hat dieses Buch trotz des doch recht schwermütigen Grundtenors gut unterhalten. Zu lesen, mit welcher Geduld Brady mit Quinn umgeht, wie er es schafft, ihm zu zeigen, dass er, wenn er die Liebe wieder zulässt, es immer noch Platz für die Erinnerungen an Aaron gibt.
Alex Kidwell hat mich mit dieser Geschichte gepackt, bei sich gehalten (trotz aller Tränen und benötigten Taschentücher) und mit einem Lächeln das Buch schließen lassen.
Nicht unverdient ist dieses Buch im Original ein Award Winner 2013 … noch ein Grund mehr, diesen Autor im Auge zu behalten.

Bis bald,

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Alex Kidwell war für mich eine völlig Neuentdeckung. Und wie dieses schwierige Thema umgesetzt wurde und auch noch in eine schöne, optimistische Liebesgeschichte verpackt wurde, hat mich beeindruckt und mir sehr gefallen. Die Story packt einen wirklich emotional und ich schließe mich Deiner positiven Einschätzung komplett an!
LG Gabi